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Wie funktioniert das Gehör

Wir nehmen unsere Umgebung mittels fünf Sinnesorganen wahr, die uns – sollte eines nicht richtig oder gar nicht funktionieren, sofort in unserem Leben einschränken. Der Gehörsinn liegt zusammen mit dem nicht minder wichtigen Gleichgewichtssinn gut geschützt im Innenohr.

Anatomie des Gehörs

In der Anatomie des Ohres wird zwischen dem Außenohr, dem Mittelohr und dem Innenohr unterschieden.

Das Außenohr setzt sich aus der Ohrmuschel und dem Gehörgang zusammen, welcher mit dem Trommelfell abschließt. Im Gehörgang befinden sich die Ohrenschmalzdrüsen und feine Härchen, welche der Reinigung des Gehörgangs dienen. Das Ohrenschmalz hat desinfizierende Eigenschaften und muss nicht – außer es sitzt sichtbar unästhetisch in der Ohrmuschel – entfernt werden. Das Trommelfell trennt das Außenohr vom zweiten Abschnitt, dem Mittelohr.

 

Äußeres_Ohr_-_Mittelohr_-_Innenohr

Von Geo-Science-International - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46980022

 

Das Mittelohr ist ein Hohlraum, mit den drei kleinen Gehörknöchelchen, deren Namen von ihrer Form stammt: Hammer, Amboss und Steigbügel. Das Mittelohr ist kein abgekapselter Raum, sondern mit der Eustachischen Röhre oder Ohrtrompete mit dem Rachenraum verbunden. Durch diese Verbindung ist uns Druckausgleich bei raschem Überwinden unterschiedlicher Druckverhältnisse möglich (im Wasser, beim Fliegen, beim Fahren in größere Höhen). Das ovale und das runde Fenster trennen das Mittelohr vom eigentlichen Hör- und Gleichgewichtssinn, die im Innenohr liegen. Ist das Mittelohr noch mit Luft gefüllt, wird der Hohlraum des Innenohrs von einer Flüssigkeit namens Lymphe ausgefüllt.

 

Die kirschgroße Schnecke im Innenohr, die aufgrund ihres Aussehens so heißt, ist unser eigentliches Hörorgan. In ihr befinden sich die Hörsinneszellen, die durch Sinneshärchen Veränderungen in der Bewegung der Lymphe wahrnehmen und mit dem Hörnerv elektrische Impulse an das Gehirn schicken. Im Hörzentrum des Großhirns werden dann Höreindrücke produziert. Der Gleichgewichtssinn besteht aus den ebenfalls im Labyrinth des Innenohres liegenden Bogengängen und den Gleichgewichtssinneszellen, die ebenso elektrische Impulse mit dem Gleichgewichtsnerv ans Gehirn senden. Die Informationen des Bogengänge ans Gleichgewichtszentrum im Gehirn beziehen sich auf die Lage des Körpers in Relation zum Schwerpunkt (liegend, stehend, schräg), sodass die stabile Balance bei jeder Bewegung möglich ist.

 

Der Vorgang des Hörens

 

Schallwellen dringen – besser aufgefangen und gebündelt durch die Ohrmuschel, die als Schalltrichter wirkt – in den Gehörgang und bringen das Trommelfell zum Schwingen. Dieses verstärkt die Schallwellen und gibt sie in weiterer Folge an die Gehörknöchelchen weiter zur nochmaligen Verstärkung und Weitergabe ans Innenohr. Ab dem ovalen Fenster werden die Schallwellen nun an die Flüssigkeit im Innenohr (Lymphe) weitergegeben, die dann in der Schnecke durch Bewegung die entsprechenden Reize setzt und Impulse ans Gehirn generiert.


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